Weingut Hermann Ludes, Hauptstr. 21, 54340 Thörnich

Hervorragende Riesling Moselweine und Raritäten aus den renommierten Lagen Thörnicher Ritsch und Klüsserather Bruderschaft.

Der Weingut Hermann Ludes ist wahrscheinlich außerhalb des Dorfes Thörnich nur den Freunden säurelastiger Rieslinge bekannt. Es blickt auf eine lange Geschichte zurück: Bis 1970 war das Weingut Mitglied der Naturwein-Versteigerungsgesellschaft Trier, einer der Vorgängerorganisationen des Bernkasteler Ring, die ihre Weine zu hohen Preisen verkaufte. Wie auch viele Weingüter aus weniger berühmten Teilen der Mosel, litt es unter dem Abschwung der 1970er und 1980er Jahre und fiel etwas unter das Radar. Der Stolz des Weingutes liegt  in den Lagen des Thörnicher Ritsch, die Hermann Ludes im Laufe der Jahre sorgfältig erworben hat. Diese befinden sich alle im vorderen, steilen, nach Süden gerichteten Teil des Hügels und ein beträchtlicher Teil ist noch mit 80-90 Jahre alten, nicht gepfropften Reben bepflanzt.

Der Weinbau ist hier so ziemlich wie in den 70er Jahren, als Hermann Ludes das Weingut übernahm: Moderate, aber nicht niedrige Erträge (ca. 70 hl / ha), Fermentation mit natürlichen Hefen, Verwendung von Prädikat für alle Stilrichtungen und fruchtig gestylte Weine mit einem relativ geringen Restzuckergehalt, wie es bis zu den 1990er Jahren üblich war. In einem Aspekt jedoch hat auch hier die Moderne Einzug gehalten. Nach zahlreichen Korkproblemen wurde die gesamte Produktion seit 2000 mit Schraubkapseln abgefüllt.

Was sofort auffällt, ist der Hausstil: Die Weine werden durch eine intensive spielerische Leichtigkeit getrieben, die wir auch in den Weinen vom Weingut Jos. Prüm in Wehlen oder Weingut Johann Peter Reinert in Kanzem finden. Die Parallelen zu Joh. Jos. Prüm gehen weiter: Ähnlich wie in diesem prestigeträchtigen Anwesen zeigen die Weine von Hermann Ludes in ihrer Jugend starke Anzeichen der Reduktion aus der natürlichen Hefe. Diese verschwinden allmählich je älter der Wein wird oder durch man dekantiert sie nach dem Öffnen. Allerdings hat eine Verkostung von älteren Weinen auch gezeigt, wie anmutig die Weine aus dieser Gegend altern und in Präzision und Finesse unterwegs werden können.

Der Thörnicher Ritsch ist vermutlich vielen Moselweinliebhabern weniger bekannt, da nur wenige international weit verbreitete Weingüter auf diesem Hügel tätig sind (die einzige Ausnahme ist vielleicht der Weingut Carl Löwen).

Dennoch verfügt das Thörnicher Ritsch über ein großes Potenzial. Seine Landschaft ist dramatisch: Es steht als ein Felsen, mit seiner Vorderseite nach Süden ausgerichtet. Die Reben wachsen auf einem Hang so steil, dass Teile des Hügels terrassenförmig sind. Die Signatur ist einzigartig. Der dünne Boden und der verwitterte graue Schiefer sorgen für lagerfähige Weine. Thörnicher Ritsch Weine brauchen Zeit, aber, wie ältere Flaschen gezeigt haben, entwickeln sie große Feinheit mit dem Alter und zeigen eine ziemlich einzigartige Note von Limoncello, die Frische und Fokus bringt.

Wir glauben nicht, dass dieser Weinberg lange unter dem Radar bleiben wird.

Auch bei Weingut Hermann Ludes wird eine jüngere Generation in die Fußstapfen treten und das Familienerbe weiterführen.

Aus dem ziemlich anspruchsvollen Jahrgang 2014 produzierte Hermann Ludes eine überraschend gute Jahrgamgssammlung. Diese wird von einer hervorragenden Spätlese aus dem Thörnicher Ritsch gekrönt. Er erklärte: "Diese Spätlese hätte Alte Reben heißen sollen, denn sie stammt aus Reben, die zwischen 1920 und 1935 gepflanzt wurden. Dieser Wein ist ein Tribut an die elegante und verspielte Art dieser wenig bekannten Weinlage. Angesichts der Qualität seiner Weine, ist es unwahrscheinlich, das sie das lange bleiben wird!

Eine Übersicht über die bemerkenswerten Weine von Hermann Ludes finden sie auf unserer Weinseite.

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